Fatah's Azzam al-Ahmad and Saleh al-Aruri of Hamas sign a reconciliation deal Khaled Desouki/Getty Images

Zweistaatenlösung nach Aussöhnung der Palästinenser in Sicht?

RAMALLAH – Als die Vertreter der beiden wichtigsten palästinensischen Fraktionen, Fatah und Hamas, am 12. Oktober in Kairo ein neues Versöhnungsabkommen unterzeichneten, lag das Augenmerk nicht auf den Unterzeichnern selbst, dem Fatah-Zentralkomitee-Mitglied Azzam al-Ahmad und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Hamas-Politbüros Saleh al-Aruri. Vielmehr waren alle Augen auf den Mann hinter ihnen gerichtet: Khaled Fawzi, Chef des ägyptischen Geheimdienstes.

Die feierliche Unterzeichnung des Abkommens im Hauptquartier der Geheimdienstbehörde wurde gänzlich von den Ägyptern inszeniert, die die Versöhnung als Meilenstein in Richtung eines viel umfassenderen Ziels betrachten. Wie im Eröffnungskapitel des Abkommens festgehalten, ist diese Aussöhnung auf das „Beharren“ des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi zurückzuführen, die Spaltung unter den Palästinensern zu beenden und zwar „mit dem Ziel der Schaffung eines unabhängigen Staates“ innerhalb der Grenzen aus der Zeit vor 1967.  

Ägyptens Führungsrolle in diesem Prozess wird die Geltung des Landes in der arabischen Welt steigern und seine Position als regionales Schwergewicht stärken. Das Versöhnungsabkommen zwischen Hamas und Fatah hat bereits manches dazu beigetragen, dieses Ziel zu erreichen und der Regierung al-Sisis einen dringend benötigten moralischen Schub verliehen.

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