Grüne Schmuggler und Baptisten

NEW YORK – Der neue Bericht des UNO-Klimarates IPCC über erneuerbare Energien schlug im Mai hohe Wellen in den Medien. Wie auch in der Vergangenheit veröffentlichte der IPCC zunächst eine kurze Zusammenfassung und erst später die gesamten Daten. Damit blieb es den  Spindoktoren des IPCC überlassen,  für die Journalisten eine medienwirksame Botschaft zu formulieren.

Im ersten Satz der Presseerklärung des IPCC hieß es: „Unterstützt durch die richtigen politischen Fördermaßnahmen könnten bis Mitte dieses Jahrhunderts beinahe 80 Prozent des weltweiten Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.“ Diese Story wurde dann durch die Medien weltweit verbreitet.

Im letzten Monat veröffentlichte der IPCC den ganzen Bericht, einschließlich der Daten, auf denen diese erstaunlich optimistische Behauptung gründet. Erst zu diesem Zeitpunkt kam heraus, dass der Bericht ausschließlich auf dem positivsten von 164 wissenschaftlich untersuchten Modellszenarien basiert. Und dieses eine Szenario stammt aus einer einzigen Studie, die auf einen Bericht der Umweltorganisation Greenpeace zurückgeht. Der Autor dieses Berichts – ein Greenpeace-Mitarbeiter – war einer der Hauptautoren des IPCC.

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