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Europas Bürgerkrieg

WASHINGTON, DC – Die Verhandlungen, die zur jüngsten vorsichtigen Übereinkunft über die griechischen Schulden führten, haben zwei konkurrierende Visionen über die Europäische Union deutlich gemacht: die von Frankreich vertretene flexible, humane und politische Union und die legalistische, wirtschaftsorientierte Union, für die Deutschland eintritt. François Heisbourg hat hierzu kürzlich geschrieben: „Indem es offen die erzwungene Sezession Griechenlands [aus der Eurozone] in Betracht zog, hat Deutschland gezeigt, dass das Wirtschaftliche politische und strategische Überlegungen aussticht. Frankreich betrachtet die Rangfolge dieser Faktoren anders.“ Die Frage ist nun: Welche Vision wird sich durchsetzen?

Die Griechen ihrerseits haben ihre nationale Identität über ihr Portmonee gestellt, und zwar auf eine Weise, die die Ökonomen nicht begreifen und ständig falsch einschätzen. Wirtschaftlich betrachtet ist es irrational von den Griechen, dass sie Mitglied der Eurozone bleiben wollen, wo sie doch auch mit einer wiederhergestellten nationalen Währung, die sie abwerten könnten, in der EU bleiben könnten.

Doch für die Griechen bedeutet die Mitgliedschaft in der Eurozone mehr, als nur die gemeinsame Währung benutzen zu können. Sie stellt ihr Land auf eine Stufe mit Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland als „vollwertiges Mitglied“ Europas – eine Position, die mit Griechenlands Status als Geburtsort der westlichen Zivilisation im Einklang steht.

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