Greece sadness George Panagakis/ZumaPress

Erledigt in Athen und Brüssel

NEW YORK – Die griechische Katastrophe zieht aus zwei Gründen die Aufmerksamkeit der Welt auf sich. Erstens sind wir zutiefst deprimiert, eine Volkswirtschaft vor unseren Augen zusammenbrechen zu sehen – zu erleben, wie Menschen um Essensspenden und vor den Banken Schlange stehen wie zuletzt während der Großen Depression. Zweitens sind wir erschüttert über das Versagen zahlloser Entscheidungsträger und Institutionen – den nationalen Politikern, der Europäischen Kommission, dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank –, einen in Zeitlupe über viele Jahre ablaufenden Schiffbruch zu vermeiden.

Wenn sich dieses Missmanagement fortsetzt, wird das nicht nur Griechenland, sondern auch die Einheit Europas in verhängnisvoller Weise untergraben. Um Griechenland und Europa zu retten, muss ein neues Rettungspaket zwei entscheidende, bisher nicht mit vereinbarte Dinge umfassen.

Erstens müssen die griechischen Banken unverzüglich wieder öffnen. Die EZB-Entscheidung der vergangenen Woche, dem Bankensystem des Landes den Kredit zu entziehen und so die Banken zum Schließen zu zwingen, war nicht nur ungeschickt, sondern hatte auch katastrophale Folgen. Diese vom hochgradig politisierten EZB-Direktorium erzwungene Entscheidung wird von Historikern noch auf Jahre mit bitterem Spott studiert werden. Durch Schließung der griechischen Banken hat die EZB faktisch die gesamte Volkswirtschaft stillgelegt. (Keine Volkswirtschaft oberhalb des Subsistenzniveaus kann schließlich ohne Zahlungssystem überleben.) Die EZB muss ihre Entscheidung sofort zurücknehmen, denn sonst dürften die Banken selbst schon sehr bald nicht mehr zu retten sein.

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