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Warum Griechenland anders ist

BRÜSSEL – Die scheinbar nicht enden wollenden Verhandlungen zwischen der neuen griechischen Regierung und ihren internationalen Gläubigern – dem Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission – über eine neue Kreditvereinbarung sind in eine gefährliche Phase eingetreten. An diesem Punkt reicht ein Fehler einer Seite, um jene Art Unfall auszulösen, die eine neue Krise in Europa herbeiführen könnte.

Der IWF scheint bereit, das Handtuch zu werfen – nicht zuletzt wegen der jüngsten Enthüllung, dass Griechenland statt des geplanten deutlichen Haushaltsüberschusses in diesem Jahr ein kleines Primärdefizit (das die Zinszahlungen unberücksichtigt lässt) aufweisen könnte. Doch angesichts des erneuten Absturzes der griechischen Volkswirtschaft ist Griechenlands Regierung überzeugt, dass das aktuelle Rückzahlungsprogramm nicht funktioniert – und dass es ohne wesentliche Anpassungen nie funktionieren wird.

Grundlage der griechischen Argumentation für neue Rettungsbedingungen ist die – durch die aktuellen wirtschaftlichen Probleme des Landes verstärkte – Vorstellung, dass Griechenland ein Opfer einer überzogenen Sparpolitik ist. Dies jedoch vernachlässigt eine entscheidende Tatsache: In den anderen europäischen Krisenländern hat die Sparpolitik funktioniert. Tatsächlich zeigen Portugal, Irland, Spanien und selbst Zypern deutliche Zeichen einer Erholung; endlich fällt dort die Arbeitslosigkeit (wenn auch langsam und von einem hohen Ausgangsniveau aus), und ihr Zugang zu den Kapitalmärkten ist wiederhergestellt.

Warum ist Griechenland anders?