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Der Mythos vom Goldlöckchen-Stimulus

ATHEN – US-Präsident Joe Biden, der vor der großen Herausforderung steht, die Wirtschaft seines Landes für die Zeit nach der Pandemie anzukurbeln, und dem noch die lauwarmen Konjunkturprogramme des damaligen Präsidenten Barack Obama nach der Weltwirtschaftskrise vor einem Jahrzehnt nachhängen, hat beschlossen, zu klotzen anstatt zu kleckern. Er will mit einem Ausgabenplan von 1,9 Billionen Dollar ganz groß rauskommen.

Prominente Zentristen wie Larry Summers und Olivier Blanchard warnen, dass sich Bidens Entscheidung als sein Verhängnis erweisen könnte. Ihr Argument ist, dass zu viel Stimulus einen Inflationsschub auslösen wird, der zu einem Zinsanstieg führt, der wiederum seine Regierung zwingen wird, kurz vor den Zwischenwahlen im Jahr 2022 auf die Sparbremse zu treten, was seine Demokratische Partei die Kontrolle über den Kongress kosten wird - so wie zu wenig Stimulus Obama die Kontrolle über den Kongress bei den Zwischenwahlen 2010 gekostet hat.

Das Problem bei dieser Debatte ist, dass sowohl Befürworter als auch Kritiker von Bidens Konjunkturprogramm davon ausgehen, dass es einen Dollarbetrag gibt, der groß genug ist, aber nicht zu groß. Sie sind sich lediglich nicht einig, welche Zahl das genau sein soll.  Tatsächlich gibt es sie nicht: Jede mögliche Größe des Konjunkturprogramms ist gleichzeitig zu klein und zu groß.

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