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Die Globalisierung der NATO

PRINCETON – Nächste Woche kommen die 28 Mitglieder der NATO in Chicago auf ihrem jährlichen Gipfeltreffen zusammen. 62 Jahre nach der Unterzeichnung des Nordatlantikpakts, in dem sich die Vereinigten Staaten, Kanada und zehn europäische Staaten verpflichtet haben, den Angriff auf einen als Angriff auf alle zu sehen, wandelt sich die NATO in eine globale Sicherheitsorganisation des 21. Jahrhunderts. Dies wird zu einer sichereren Welt führen.

1949 zerfiel die Welt neben einer großen “neutralen Bewegung” rasch in zwei politisch-militärische Blöcke, in Ost und West. Die NATO stand dem Warschauer Pakt gegenüber, der 1955 von der Sowjetunion und ihren Verbündeten gegründet worden war. In beiden Blöcken gruppierten sich jeweils kleinere Staaten um die Supermächte herum. Innerhalb der jeweiligen Blöcke gab es für kleinere Gruppen von Mitgliedern keine Flexibilität, Ressourcen der Allianz zu nutzen.

Heute entwickelt sich die NATO, wie es ihr Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagt, zum “Kern eines Netzwerks von Sicherheitspartnerschaften und zu einem Beratungszentrum für globale Sicherheitsfragen.” Sie ist eine “weltweit verbundene Institution” mit über 40 einzelnen Partnerländern und wachsenden Verbindungen zu anderen internationalen Organisationen.

Zu den Partnern gehören tatsächlich alle europäischen Nicht-NATO-Länder wie Österreich, die Schweiz, Finnland und Schweden sowie mögliche Mitglieder und an einer Mitgliedschaft interessierte Länder wie Bosnien, Serbien, Mazedonien, die Ukraine, Weißrussland und sogar Russland. So gut wie alle zentralasiatischen Länder – von Turkmenistan über Kasachstan bis hin zu Armenien, Aserbeidschan, Afghanistan und Pakistan – sind Partner, ebenso ganz Nordafrika von Marokko bis Ägypten sowie Israel, Jordanien, der Irak, Bahrain, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate. Im pazifischen Raum gehören schließlich Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland und die Mongolei zu den Partnerländern.