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Globalisierung und Fußball

Cambridge – Wie gestaltet die Globalisierung Reichtum und Chancen auf der Welt neu? Wirkt sie sich in erster Linie positiv aus, weil sie armen Nationen einen Ausgang aus der Armut ermöglicht, indem sie an den globalen Märkten beteiligt werden? Oder schafft sie nur für eine kleine Minderheit gewaltige Chancen?

Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir nur den Fußball als Beispiel betrachten. Seitdem die europäischen Vereine ihre Beschränkungen für die Anzahl der ausländischen Spieler gelockert haben, ist das Spiel wirklich global. Insbesondere afrikanische Spieler sind mittlerweile überall anzutreffen und ergänzen das übliche Gefolge von Brasilianern und Argentiniern. Der Ausländeranteil im Fußball übertrifft alles, was wir aus anderen Bereichen des internationalen Handels kennen.

Die A-Besetzung des FC Arsenal, der derzeit die englische Premier League anführt, besteht aus 11 Spielern, von denen in der Regel kein einziger britisch ist. Tatsächlich würden alle englischen Spieler der vier englischen Vereine, die es vor kurzem in das Achtelfinale der UEFA Champions’ League geschafft haben, zusammengenommen kaum ausreichen, um eine einzige Mannschaft zu stellen.

Es besteht wenig Zweifel daran, dass ausländische Spieler das Spielniveau in den europäischen Vereinsmeisterschaften erhöhen. Die europäische Fußballwelt wäre ohne Stürmer wie den aus Côte d’Ivoire stammenden Didier Drogba (Chelsea) oder den Kameruner Samuel Eto’o (Barcelona) nicht halb so spannend. Auch für die afrikanischen Talente liegen die Vorteile auf der Hand. Afrikanische Spieler können viel mehr Geld verdienen, wenn sie ihre Fähigkeiten in Europa vermarkten – nicht nur in den Spitzenvereinen der Premier League oder der spanischen Primera Liga, sondern auch in den unzähligen neureichen Clubs in Russland, der Ukraine oder der Türkei.