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Globale Lösungen für die Probleme der Globalisierung

OXFORD – Die letzten paar Jahrzehnte der Globalisierung und Innovation haben die Grundlage für den schnellsten Fortschritt gelegt, den die Welt jemals erlebt hat. Die Armut wurde verringert. Die Lebenserwartung ist gestiegen. Es wurde Wohlstand geschaffen – in einem Ausmaß, das sich unsere Vorfahren niemals hätten vorstellen können. Aber es gibt nicht nur gute Nachrichten. Die Errungenschaften durch die Globalisierung sind jetzt bedroht.

Während die Welt von der Globalisierung profitiert hat, hat sie es nicht geschafft, die inhärenten Probleme zu lösen, die sich aus der verstärkten Integration unserer Gesellschaften, unserer Volkswirtschaften und der Infrastruktur des modernen Lebens ergeben. Darum sind wir heute gefährlichen, grenzübergreifenden Systemrisiken ausgesetzt.

Diese Bedrohungen überschreiten alle Nationalgrenzen und machen auch vor den traditionellen Barrieren zwischen Industrien und Organisationen nicht Halt. Ein integriertes Finanzsystem erhöht das Risiko von Wirtschaftskrisen. Durch internationalen Flugverkehr werden Pandemien verbreitet. Hochgradig vernetzte Computer bieten eine reichhaltige Spielwiese für Cyberkriminelle. Dschihadisten aus Nahost nutzen das Internet, um junge Europäer zu rekrutieren. Der Lebensstandard steigt – und damit auch der Ausstoß von Treibhausgasen, der den Klimawandel beschleunigt.

Als Nebenprodukt der Globalisierung können Krisen, die früher lokal entstanden und schnell wieder ausbrannten, heute internationale Flächenbrände auslösen. Eine Pandemie, Überflutung oder Cyber-Attacke in der Londoner City oder Wall Street könnte die ganze Welt in finanzielles Chaos stürzen.