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rioux3_Marco Di LauroGetty Images_aidshivafricatreatment Marco Di Lauro/Getty Images

Eine Welt ohne AIDS, Tuberkulose und Malaria

PARIS – Im Rahmen der Agenda für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen hat sich die internationale Gemeinschaft das ehrgeizige Ziel gesetzt, HIV, Tuberkulose und Malaria bis 2030 auszurotten. Dabei wurden bereits erhebliche Fortschritte gemacht. Aber trotzdem müssen wir, um diese Pandemien auszurotten und das übergeordnete Ziel der Sicherung von Gesundheit und Wohlergehen aller Menschen zu erreichen, die Länder beim Aufbau widerstandsfähiger und inklusiver Gesundheitssysteme stärker unterstützen.

Der Globale Fonds zum Kampf gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria, eine öffentlich-private Partnerschaft, hat durch die massive Ausweitung von Prävention und Behandlungen erheblich zu diesen Bemühungen beigetragen. In Ländern, in denen der Globale Fonds investiert, konnten im Jahr 2018 18,9 Millionen Menschen eine antiretrovirale HIV-Therapie erhalten. Außerdem wurden 5,3 Millionen Tuberkulosepatienten behandelt und 131 Millionen Moskitonetze verteilt.

Diese Bemühungen haben sich als enorm effektiv erwiesen, die Anzahl der Todesfälle durch diese Pandemien zu verringern. Laut aktueller Zahlen konnten seit der Gründung des Globalen Fonds im Jahr 2002 32 Millionen Leben gerettet werden. Im letzten Jahrzehnt wurde die jährliche Anzahl der Todesopfer aufgrund von HIV, Tuberkulose und Malaria etwa halbiert.

Dass wir diese Seuchen bis zum Jahr 2030 ausrotten können, ist aber immer noch nicht absehbar. Dazu müssten wir nicht nur den Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten drastisch ausweiten, sondern auch die Neuinfektionen massiv reduzieren.

Um Erfolg zu haben, brauchen wir klare politische Führung und stetige Investitionen in wichtige Ressourcen wie gut ausgebildete kommunale Gesundheitsarbeiter, kosteneffektive Angebotsketten, hochwertige Datensysteme und gut ausgerüstete Laboratorien. Und um zu gewährleisten, dass auch die Ärmsten und Marginalisiertesten in den Genuss von Gesundheitsdiensten kommen, müssen Zugangshindernisse – wie Benutzergebühren, mangelnde Menschenrechte oder die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern – abgebaut werden. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei ein aktives kommunales Engagement.

Natürlich gibt es dafür keine Patentrezepte. Die Länder und Gemeinden müssen Strategien entwickeln, die die Bedürfnisse ihrer Einwohner berücksichtigen und ihre spezifischen Krankheitsanfälligkeiten widerspiegeln.

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Darüber hinaus kann die notwendige Unterstützung von keinem externen Entwicklungspartner allein bereitgestellt werden. Daher rufen wir zu innovativen Koalitionen aus multilateralen und bilateralen Entwicklungsorganisationen auf, die ihre jeweiligen Stärken nutzen, um die staatlichen Kapazitäten zu verbessern. Solche koordinierten Bemühungen werden vor allem in Regionen – wie der Sahelzone in Afrika südlich der Sahara – benötigt, deren Institutionen und Infrastruktur schwach sind und die besonders anfällig für Sicherheitsbedrohungen und Umweltkrisen sind.

In der Elfenbeinküste haben der Globale Fonds und das Agence Française de Développement (AFD) gemeinsam mit der Regierung in den Aufbau eines Regionalbüros für das staatliche Zentrum für Medikamentenversorgung investiert. So kann die Behandlung so nah wie möglich an den Gemeinschaften stattfinden und damit die Fähigkeit der staatlichen Gesundheitsbehörden gestärkt werden, auf nachhaltige Weise die verletzlichsten Bevölkerungsgruppen zu erreichen.

Auf ähnliche Weise unterstützen das AFD und der Globale Fonds auch das Ministerium für Öffentliche Gesundheit in Niger bei seinen Bemühungen, den Zugang zu Gesundheitsprodukten zu verbessern und das staatliche Netzwerk von Laboratorien zu stärken. So können die Diagnosen verbessert werden, darunter auch diejenigen für HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria. Sorgen wir für Synergieeffekte zwischen den einzelnen Aktivitäten und verhindern wir doppelte Anstrengungen, können wir Niger dabei unterstützen, sein Gesundheitssystem zu stärken, und dies auch auf kommunaler Ebene.

Der Zweck der jüngsten Partnerschaft zwischen dem Globalen Fonds und dem AFD besteht darin, ineffektive Aktivitäten zu vermeiden. Unter der Leitung staatlicher Gesundheitsbehörden streben wir stärkere Konvergenz und Synergie zwischen den Programmen zum Kampf gegen HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria an – wie jenen, die vom Globalen Fonds finanziert werden. Außerdem fördern wir Initiativen zur Stärkung von Gesundheitssystemen wie jene, in die das AFD investiert. Wie stark diese beiden Bereiche verbunden sind, wird dadurch unterstrichen, dass der Globale Fonds bereits jetzt der größte multinationale Finanzierer für die Stärkung von Gesundheitssystemen ist. Er investiert zu diesem Zweck jährlich über eine Milliarde Dollar.

Indem wir die Stärken unserer Organisationen miteinander kombinieren, bestätigen wir erneut unser Engagement für effektive Zusammenarbeit und koordinierte Aktionen zur Ausrottung von HIV, Tuberkulose und Malaria – und für den Aufbau starker und widerstandsfähiger Gesundheitssysteme, insbesondere in den anfälligsten Ländern. Die internationale Gemeinschaft ist gemeinsam dafür verantwortlich, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, ohne jemanden im Stich zu lassen.

Um den Ausbruch von HIV, Tuberkulose und Malaria bis 2030 zu beenden, reicht es nicht aus, einfach so weiter zu machen wie bisher. Wir müssen den Kampf verstärken. Dies bedeutet, stärker in die Gesundheitssysteme zu investieren und effektive neue Partnerschaften einzugehen, wie diejenige zwischen dem AFD und dem Globalen Fonds.

Aus dem Englischen von Harald Eckhoff

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  1. guriev24_ Peter KovalevTASS via Getty Images_putin broadcast Peter Kovalev/TASS via Getty Images

    Putin’s Meaningless Coup

    Sergei Guriev

    The message of Vladimir Putin’s call in his recent state-of-the-nation speech for a constitutional overhaul is not that the Russian regime is going to be transformed; it isn’t. Rather, the message is that Putin knows his regime is on the wrong side of history – and he is dead set on keeping it there.

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