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Neujahrsvorsätze für die Weltwirtschaft

STANFORD – Während des vergangenen Jahres war das weltweite Wachstum blutleer – und die Prognose für 2016 sieht nur wenig besser aus. Es muss etwas geschehen, um die Einkommen zu steigern und die Chancen der Menschen überall zu verbessern. Hier sind einige wirtschaftliche Vorsätze, die im nächsten Jahr und darüber hinaus für gute Laune sorgen könnten.

Lassen Sie uns in Europa beginnen. Trotz der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, einer steilen Abwertung des Euro und negativer kurzfristiger Zinsen herrscht in der europäischen Wirtschaft weiter Flaute.

Im Jahr 2016 müssen sich die europäischen Regierungen von der Vorstellung verabschieden, dass die Geldpolitik ihre Probleme lösen wird, und stattdessen schnellere, festere Vorsätze für die Vielzahl von Krisen verfolgen, vor denen sie stehen – von den miteinander verknüpften Wachstums-, Banken-, Währungs- und Regierungskrisen bis zur sich verschärfenden Flüchtlingskrise, die den freien Verkehr über die Binnengrenzen hinweg bedroht. Sie müssen angebotsseitige Haushalts-, Struktur-, Arbeitsmarkt- und Regulierungsreformen mit auf dem gesunden Menschenverstand beruhenden Lösungen verfolgen, wobei die Haushaltskrisen der kämpfenden Peripherieländer und die mittelfristigen Schuldenprobleme der stärkeren Volkswirtschaften ganz oben auf der Agenda stehen sollten.

In Lateinamerika ist die Situation durchwachsen. Nach einem Jahrzehnt des Fortschritts (mit einigen Ausnahmen, insbesondere in Venezuela) steht die Region vor ernsten Herausforderungen, die teilweise durch den steilen Rückgang der weltweiten Rohstoffpreise bedingt sind.