coyle20_Joe RaedleGetty Images_floridaflood Joe Raedle/Getty Images

Apocalypse When?

CAMBRIDGE – In seinen elegischen Memoiren Die Welt von gestern, die er im Exil schrieb, stellte der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig fest, dass die meisten Menschen die Aussicht auf katastrophale Veränderungen ihrer Situation nicht begreifen. Die Dinge können sich lange Zeit schrittweise verschlechtern, ohne dass sie reagieren. Wenn die Katastrophe erst einmal eingetreten ist, ist es dann zu spät zum Handeln.

Auch in unserer Zeit vollziehen sich dramatische Veränderungen, und wir müssen hoffen, dass es noch nicht zu spät ist, sie anzugehen. Leider wird es wahrscheinlich schwierig sein, ausreichend dringende, koordinierte und entschlossene Maßnahmen zu mobilisieren, wenn die meisten von uns - wie der sprichwörtliche langsam kochende Frosch - den Wandel als schleichend empfinden. Es lohnt sich also zu fragen, was auf uns zukommen könnte, wenn das Schlimmste eintritt.

Durch den Klimawandel verursachte Wetterereignisse sind eine offensichtliche Art von Katastrophe. Sie könnten große, dicht besiedelte Teile des Planeten unbewohnbar machen, und es könnte bereits jetzt unmöglich sein, große Bevölkerungsbewegungen infolge dieser Ereignisse abzuwenden. Viele Klimaopfer sind vermeintlich weit weg - das winzige Tuvalu im Pazifik gilt als eines der ersten wahrscheinlichen Opfer. Doch die jüngsten Wetterereignisse deuten darauf hin, dass Gebiete, die näher an den globalen Machtzentren liegen - wie Florida, die Städte im chinesischen Tal des Gelben Flusses, Seattle und Neu-Delhi - entweder überflutet oder zu heiß für Menschen werden.

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