Die post-russische Weltordnung

BRÜSSEL – Russlands Intervention in der Ukraine und die darauf folgende Krim-Krise werden zu Unrecht als Beginn eines zweiten Kalten Krieges angesehen. Die Missachtung des Völkerrechts und der öffentlichen Meinung durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin wird ganz andere Folgen nach sich ziehen als der lange Feldzug der Sowjetunion gegen den Kapitalismus, doch die geopolitischen Auswirkungen werden mit Sicherheit mindestens ebenso weitreichend sein.

Russland wird sich ins weltwirtschaftliche Abseits begeben und dadurch eine neue Ära in den internationalen Beziehungen einläuten. Internationale Sanktionen werden lediglich die erste Konsequenz sein. Unsicherheit wird von Märkten und Banken bestraft, also wird die russische Wirtschaft zunehmend vom internationalen Handel und internationalen Investitionen abgeschnitten sein und einer Zukunft mit verhaltenem oder keinem Wachstum entgegenblicken.

Das ist natürlich Russlands Sache. Die weitreichenderen Konsequenzen werden eine Neustrukturierung der internationalen Politik und der Bemühungen von Regierungen sein, gemeinsame Probleme anzugehen, angefangen bei Global Governance bis hin zum Klimawandel. Das Resultat könnte sogar positiv ein, da die Ereignisse in der Ukraine überraschend den Weg für eine bedeutende Neuausrichtung aufstrebender Schwellenländer freimachen, die im einundzwanzigsten Jahrhundert eine entscheidende Rolle spielen werden.

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