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Wie ernst ist es Russland mit dem Krieg gegen den Terrorismus?

Russlands Entscheidung, zusätzliche 157 Milliarden Rubel (über 5 Milliarden US-Dollar) für den Kampf gegen den Terrorismus aufzuwenden, ist eine eindrucksvollere Reaktion auf das Problem als alle anderen kürzlich vom Kreml angeschlagenen harten Töne, einschließlich der Forderung von Präsident Wladimir Putin nach einer stärker zentralisierten Macht in seinen Händen. Tatsächlich wurden solche harten Worte bereits während des Geiseldramas im Moskauer Dubrovka-Theater im Jahre 2002 ausgesprochen, doch damals wurde kein zusätzliches Geld bereitgestellt.

Die jetzt freigegebenen neuen Milliarden scheinen auf eine wieder erstarkte Entschlossenheit der Regierung hinzudeuten, doch reicht es aus, den Krieg gegen den Terror nur mit Geld zu führen?

Der Kreml lehnt beharrlich jedes öffentliche Eingeständnis ab, dass der gegenwärtige Terrorismus seine Ursprünge vorwiegend im Tschetschenien-Krieg hat, der sich nun schon metastasenartig im nördlichen Kaukasus ausbreitet. Tschetschenische Rebellen und ihre Unterstützer führen uns fast täglich vor Augen, dass der Krieg weitergeht, und zahllose mutige Ankündigungen und Behauptungen wie die des kürzlich gewählten tschetschenischen Präsidenten Alu Alchanow, dass zum Kampf gegen den Terror "effektive Maßnahmen" ausgearbeitet wurden, scheinen nichts weiter als leere Worthülsen zu sein.

Nach Aussagen von Finanzminister Alexej Kurin sind zur Lösung des Tschetschenien-Problems erhebliche Geldsummen erforderlich. Doch Finanzkapital, das nach Tschetschenien hereinfließt, wirkt sich oft eher destabilisierend als hilfreich aus. Tschetscheniens Ex-Präsident Achmat Kadyrov, der einem Attentat zum Opfer fiel, lag richtig, als er darauf hinwies, dass 80% dieser Gelder in die Taschen von Moskau und denen regionaler Unternehmen fließt, die aus dem Andauern des Tschetschenien-Konflikts Nutzen ziehen.