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Die Nachwirkungen der amerikanischen Wahl

Die Experten haben sich nun massiv mit der Interpretation des amerikanischen Wahlergebnisses beschäftigt. Bedeutet das Ergebnis - in Zusammenhang mit den republikanischen Gewinnen im Kongress - eine Stärkung der Positionen Bushs? Gab es bei den amerikanischen Wählern einen Rechtsruck? Liegt den Amerikanern heute mehr an „Werten?"

Ebenso wie der Preis in der Ökonomie, verdichtet auch eine Wahlentscheidung eine Fülle von Informationen. Sie ist das Resümee des Bürgers aus der Abwägung sämtlicher Aspekte, ob er einen Kandidaten dem anderen vorzieht. Es bedarf unzähliger Umfragen, was diese Entscheidung wirklich bedeutet, für die Vereinigten Staaten - und für die Welt.

Bis hierher ist es klar: Allerdings herrscht wenig Vertrauen in die Wirtschaftspolitik Bushs. Die typische amerikanische Familie weiß, dass es ihr heute schlechter geht als vor vier Jahren und sie scheint auch nicht überzeugt, dass die Steuersenkungen für die oberen Einkommensschichten ihnen jene Vorteile gebracht haben, die von der Regierung Bush angekündigt wurden.

Aber so wie sich Bush vor vier Jahren bei der Umsetzung seiner Agenda nicht durch mangelnde Wählerunterstützung aufhalten ließ, könnte er nun durch die offenbar deutliche Rückenstärkung ermutigt sein, seine Pläne noch entschlossener zu verfolgen - und die Steuersenkungen zu einer permanenten Einrichtung machen und das Sozialversicherungssystem zumindest teilweise privatisieren. Eine Umsetzung dieser Maßnahmen würde eine weitere Verschlimmerung des haushaltspolitischen Chaos in Amerika bedeuten.