khrushcheva119_Mikhail SvetlovGetty Image_putinerdoganpipeline Mikhail Svetlov/Getty Images

Putins Pipelines zur Macht

MOSKAU – Im letzten Jahr wurde immer häufiger prophezeit, der russische Präsident Wladimir Putin werde in ernsthafte Schwierigkeiten geraten oder gar politisch scheitern. Ein aktueller Artikel im Economist mit dem Titel „Eine schlimme Woche für Wladimir Putin“ ist dafür nur ein Beispiel. Aber die Einschätzung, die der Wahrheit am nächsten zu kommen scheint, ist die des Putin-Biografen und New York Times-Korrespondenten Steven Lee Myers: „Putin“, sagte Myers wiederholt zu mir, „gewinnt immer“.

Vielleicht ist „immer“ nicht ganz richtig: Die russische Wirtschaft soll dieses Jahr um nur 1% wachsen. Die Gründe dafür sind die schwache Diversifizierung der Exporte, massive Kapitalflucht und ein niedriges Niveau ausländischer Direktinvestitionen nach der russischen Besatzung der Krim im Jahr 2014. Daher sind Putins Zustimmungsraten seit ihrem besatzungsbedingten Hoch im Juli 2014 von 83% auch etwas gefallen.

Aber 61% der Russen bewerten Putins Leistung immer noch positiv. Von einer solchen öffentlichen Beliebtheit können die meisten demokratischen Politiker nur träumen. Beispielsweise sind weniger als 43% der Amerikaner mit Präsident Donald Trump einverstanden. Zu Trumps Unbeliebtheit haben seine unzusammenhängenden und aggressiven US-Maßnahmen gegen Europa, China, die Türkei und andere Länder beigetragen. Aber genau diese sind auch für Putins Beliebtheit verantwortlich, da sie ihm eine Reihe taktischer Siege beschert haben.

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