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Ein globales Steuerabkommen für die Reichen

NEW YORK – Historisch, bahnbrechend, revolutionär: So lautete die verbreitete Reaktion auf die jüngste Übereinkunft der G7-Finanzminister über einen weltweiten effektiven Mindeststeuersatz von „mindestens 15%“ für große multinationale Konzerne. Die Minister einigten sich zudem auf eine neue Formel zur Zuteilung eines Anteils der Steuereinnahmen von diesen Unternehmen auf die einzelnen Länder.

Doch sollte das wie auch immer geartete globale Steuerabkommen, das daraus letztendlich hervorgehen wird, die Interessen der ganzen Welt – einschließlich der Entwicklungsländer – und nicht nur die von sieben großen entwickelten Volkswirtschaften widerspiegeln. Die Entwicklungsländer sind besonders stark auf Einnahmen aus der Körperschaftsteuer angewiesen und leiden daher auch stärker unter der Steuervermeidung durch die Multis, die jedes Jahr zu weltweiten Einnahmeverlusten von mindestens 240 Milliarden Dollar führt.

Viele Entwicklungsländer – insbesondere die einkommensschwachen Länder – nehmen noch nicht einmal an den Verhandlungen über das breiter angelegte OECD/G20 Inclusive Framework on Base Erosion and Profit Shifting teil. Die es tun, wurden dabei bisher von der Intergovernmental Group ofTwenty-Four (G24) und vom African Tax Administration Forum (ATAF) vertreten, die die Positionen der bei den Verhandlungen aktiven Mitgliedsstaaten miteinander abstimmen. Einige G24-Mitglieder, darunter Argentinien, Brasilien, Indien, Mexiko und Südafrika, gehören auch der G20 an.

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