mazzucato42_Pedro VilelaGetty Images_global health Pedro Vilela/Getty Images

Das Versagen des Pandemievorbereitungstests

LONDON – Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Auch wenn der Sommer 2022 ganz anders aussieht als der Sommer 2020, weil wir jetzt über Impfstoffe, Behandlungsmöglichkeiten und ein besseres Verständnis des Virus verfügen, reicht das nicht aus. Jede Woche sterben immer noch 15.000 Menschen an COVID-19. Ärmere Länder haben weiterhin Schwierigkeiten, Impfstoffe, Tests, Diagnostika und andere Hilfsmittel einzusetzen. Und Länder aller Einkommensschichten sind nach wie vor kaum auf die nächste Pandemie vorbereitet, obwohl Experten davor warnen, dass es nur eine Frage des „Wann“ und nicht des „Ob“ ist.

Seit Beginn der COVID-19-Pandemie haben die Staats- und Regierungschefs der Welt die Notwendigkeit einer stärkeren Koordinierung, Zusammenarbeit und kollektiven Finanzierung zur Unterstützung einer verbesserten Bereitschaft und Reaktion auf die Pandemie (Pandemic Preparedness and Response, PPR) anerkannt. Auf Empfehlung eines hochrangigen unabhängigen Gremiums einigten sich die G20-Staaten im Juni letzten Jahres auf die Einrichtung eines neuen Fonds für Finanzintermediäre (FIF), der von der Weltbank in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation verwaltet wird und dazu beitragen soll, die jährliche Finanzierungslücke bei der PPR von 10,5 Mrd. USD zu schließen.

Viele sehen im FIF eine längst überfällige Gelegenheit, die Art und Weise, wie wir gemeinsam mit globalen Gemeinschaftsgütern wie Gesundheit (oder Klima) umgehen, zu ändern. Im Rahmen eines stärker inklusiv ausgerichteten globalen PPR-Unterstützungssystems würden sich alle Länder an der Entscheidungsfindung und Lastenteilung beteiligen, und alle würden von den gleichen kollektiven Vorteilen profitieren. Dies würde bedeuten, dass man sich vom veralteten und ineffektiven Status quo der Geber-Nehmer-Beziehung lösen müsste, bei dem die PPR-Strategie lediglich als ein weiteres „Entwicklungsprojekt“ betrachtet wird. Stattdessen würden alle anerkennen, dass bei der Abwendung globaler Gesundheitskrisen die Bedürfnisse, Defizite, Vorteile und Verantwortlichkeiten kollektiv und universell sind, auch wenn sie weltweit ungleich verteilt sind.

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