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Zeitalter der Mammutprojekte

WASHINGTON, DC – Wir scheinen derzeit in ein neues Zeitalter der Mammutprojekte einzutreten. Viele Länder, insbesondere die G20-Länder, mobilisieren den privaten Sektor, um in großem Umfang in viele Millionen (wenn nicht gar Milliarden oder Billionen) Dollar schwere Infrastrukturinitiativen – Pipelines, Staudämme, Wasser-, Strom- und Straßennetze usw. – zu investieren.

Schon jetzt belaufen sich die Ausgaben für Mammutprojekte auf rund 6-9 Billionen Dollar jährlich, etwa 8% vom weltweiten BIP. Damit ist dies der „größte Investmentboom der Geschichte“. Und die Geopolitik, das Streben nach Wirtschaftswachstum, Bemühungen um die Erschließung neuer Märkte sowie die Suche nach natürlichen Rohstoffen treiben immer mehr Geld in große Infrastrukturprojekte. An der Schwelle zu dieser potenziell beispiellosen, explosionsartigen Vermehrung derartiger Projekte scheinen Politik und Kreditgeber die kostspieligen Lehren der Vergangenheit weitgehend unbeachtet zu lassen.

Sicher können Investitionen in die Infrastruktur echte Bedürfnisse befriedigen und helfen, den erwarteten steilen Anstieg der Nachfrage nach Lebensmitteln, Wasser und Energie zu befriedigen. Doch sofern die explosionsartige Zunahme von Mammutprojekten nicht sorgsam umgelenkt und gesteuert wird, dürften die Bemühungen kontraproduktiv und nicht nachhaltig sein. Ohne demokratische Kontrolle werden die Investoren möglicherweise die Gewinne privatisieren, die Verluste vergesellschaften und zugleich dauerhaft kohlenstoffintensive und andere für Umwelt und Gesellschaft schädliche Ansätze etablieren.

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