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Russland - vom Fußball zum Faschismus

MOSKAU – In Russland ging das Jahr 2010 mit einer beispiellosen Zunahme der ultra-nationalistischen Gewalt zu Ende. Bilder von randalierenden, rechtsradikalen Jugendlichen beherrschten die Berichterstattung im Fernsehen.

Die Gewalt begann nach einem gewöhnlichen Streit zweier kleiner Gruppen junger Leute um ein Taxi. Eine Gruppe bestand aus jungen Leuten aus dem Nordkaukasus, die anderen waren Fans des Moskauer Fußballvereins. Einer der Anführer der Moskauer Fans, Jegor Swiridow, wurde ermordet.

Am nächsten Tag ging das Gerücht in der Stadt um, die Polizei habe alle Verdächtigen im Mordfall Swiridow laufen gelassen (später stellte sich heraus, dass das der Wahrheit entsprach). Spontane Proteste brachen vor dem Polizeihauptquartier aus, aber die Polizei schritt nicht ein.

Am 11. Dezember gab es eine weitere Demonstration am Tatort, die sich dann Richtung Zentrum zum Manegenplatz fortbewegte, der an den Kreml grenzt. Die Menge begann, nationalistische Lieder zu singen und Passanten anzugreifen, die nicht slawisch aussahen.