France and EU Pascal Le Segretain/Getty Images

Frankreich hat gewählt – und nun?

BERLIN – Zum Jubeln ist es noch zu früh, denn bis zum 7. Mai, der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen, kann noch viel passieren, vor allem viel Unvorhergesehenes. Noch sind die Nationalisten mit Marine Le Pen nicht endgültig geschlagen, aber der vergangene Sonntagabend gibt zu der begründeten Hoffnung Anlass, dass der nächste französische Staatspräsident Emmanuel Macron heißen wird.

An Europa wäre damit noch einmal der Kelch der Selbstzerstörung vorübergegangen, denn eine Staatspräsidentin Le Pen hätte wohl das Ende der EU bedeutet: der Austritt Frankreichs aus dem Euro, den sie anstrebt, würde zum Zerfall der Gemeinschaftswährung führen, in deren Folge auch der gemeinsame Markt und die Europäische Union nicht überleben würden. Europa würde dadurch in einen bodenlosen Abgrund gestürzt werden, in dem wirtschaftlich, finanziell und politisch all das zerstört würde, was in den vergangenen sechzig Jahren erfolgreich aufgebaut worden war.

Hinzu will die Kandidatin den Austritt Frankreichs aus der NATO und eine innige Freundschaft mit dem Russland Wladimir Putins, was nicht nur in Frankreich, sondern in der gesamten EU zu einer Finanz- und Wirtschaftskrise verbunden mit einer sehr ernsten politischen und Sicherheitskrise führen würde. Auch die politischen Folgen einer solchen Krise sind kaum abschätzbar.

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