protest us taxes Justin Sullivan/Getty Images

Die Argumente des freien Marktes gegen Steuerwettbewerb

LONDON – Das weltweite Wettrennen um die niedrigsten Steuersätze für Unternehmen hat sich in diesem Jahr beschleunigt. Laut dem jüngsten OECD-Jahresbericht über die Steuerpolitik der Industriestaaten ist der Durchschnittssteuersatz auf Unternehmensprofite von 32,5% im Jahr 2000 auf aktuell unter 24% gefallen.

Dieser Trend ist verständlich: Angesichts der immer noch sehr niedrigen Investitionen des privaten Sektors versuchen die Regierungen verzweifelt, sich an ihr Stück vom Kuchen zu klammern. Es ist besser, Unternehmen niedrig zu besteuern und sie im eigenen Land zu halten, als auf diese Einnahmen völlig zu verzichten.

Natürlich bevorzugen Unternehmen, die eine neue Fabrik oder andere Einrichtungen bauen wollen, Länder mit vorteilhafteren Steuersystemen – wenn die anderen Rahmenbedingungen gleich sind. Auch könnten Unternehmen, die in einem Land höhere Körperschaftssteuer zahlen müssen, ihr Geschäft an einen anderen Ort verlegen. Oder, anstatt Personal zu verschieben und Lieferketten zu zerstören, könnten sie einen Weg finden, Gewinne in einer Region mit niedrigeren Steuern auszuweisen – normalerweise dadurch, dass sie Teile der Geschäftsführung dorthin verlegen.

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