France riots Alain Jocard/Getty Images

Die nächste französische Revolution

PARIS – In wenigen Wochen wählt Frankreich seinen nächsten Präsidenten. Da die französische Exekutive über erhebliche Macht verfügt und sogar die Nationalversammlung auflösen kann, ist die alle fünf Jahre stattfindende Präsidentschaftswahl die wichtigste Wahl des Landes. Aber diesmal geht es um mehr als je zuvor.

Die beiden Favoriten sind die ultrarechte Marine Le Pen von der Nationalen Front und Emmanuel Macron, der unter dem sozialistischen Präsidenten François Hollande bereits Wirtschaftsminister war, aber als Unabhängiger ins Rennen geht. Wenn, wie erwartet, Le Pen und Macron in der zweiten Wahlrunde am 7. Mai gegeneinander antreten, ist dies für Frankreich eine Revolution: Erstmals seit sechzig Jahren wären dann die traditionellen linken und rechten Parteien in der zweiten Runde nicht vertreten.

Zuletzt hat Frankreich derartige politische Turbulenzen im Jahr 1958 erlebt, als mitten im Algerienkrieg General Charles de Gaulle an die Macht kam und die Verfassung der Fünften Republik schrieb. Diese Veränderungen wurden – wie jeder politische Umbruch – dadurch bewirkt, dass eine tiefgreifende und grundlegende Dynamik mit besonderen momentanen Umständen zusammenkam.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To read this article from our archive, please log in or register now. After entering your email, you'll have access to two free articles from our archive every month. For unlimited access to Project Syndicate, subscribe now.

required

By proceeding, you agree to our Terms of Service and Privacy Policy, which describes the personal data we collect and how we use it.

Log in

http://prosyn.org/S4AI24i/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.