US dollar. lincolnblues/Flickr

Kommunikationschaos bei der US-Notenbank

CAMBRIDGE – Nichts beschreibt die aktuelle Kommunikationspolitik der US-Notenbank (Fed) besser als die alte Redensart, wonach ein Kamel ein von einem Ausschuss entworfenes Pferd sei. Verschiedene Mitglieder des Offenmarktsausschusses der Fed (FOMC), der die Zinspolitik festlegt, haben die Entscheidung, den Basiszinssatz unverändert zu lassen, als „datenbedingt“ bezeichnet. Das klingt hilfreich, bis einem klar wird, dass jedes von ihnen den Begriff „datenbedingt“ anscheinend anders auslegt, und zwar zu einem Grad, der seine Bedeutung auf „persönliches Bauchgefühl“ zu reduzieren scheint.

Anders ausgedrückt: Die Kommunikationsstrategie der Fed ist chaotisch, und hier Ordnung zu schaffen ist erheblich wichtiger als der genaue Zeitpunkt der FOMC-Entscheidung, wann sie die derzeit in Nullpunktnähe liegenden Zinsen erhöht. Denn selbst wenn die Fed endlich den „gigantischen“ Sprung beim Leitzins von 0,13% (dem derzeitigen Stand) auf 0,25% (der Wert, auf dem sie vermutlich bald stehen werden) tut, wird der Markt immer noch wissen wollen, wie es danach mit der Strategie aussieht. Und ich fürchte, das werden wir auch weiterhin nicht wissen.

Um fair zu sein: Die Entscheidung, was man machen sollte, ist sehr schwierig, und die Ökonomen sind in dieser Frage zutiefst gespalten. Der Internationale Währungsfonds hat sich lautstark eingeschaltet und die Fed aufgefordert, mit Zinserhöhungen noch zu warten. Und doch geht von den Notenbankern der Schwellenländer, die der IWF vorgeblich schützt, eine gleichermaßen kraftvolle Botschaft aus: Nun macht endlich; die Unsicherheit bringt uns um.

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