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Tödliche Bauernhöfe

CAMBRIDGE – Am 3. April hat Großbritannien ein Verkaufsverbot für Elfenbein angekündigt, das „eins der strengsten der Welt“ sein soll. Damit schließt sich Großbritannien anderen Ländern – wie China und den Vereinigten Staaten – an. Sie setzen auf Abschreckung, um Wilderei zu verhindern und eine gefährdete Tierart vor der Ausrottung zu bewahren. Wie der britische Umweltminister Michael Gove ankündigt, besteht das Ziel darin, Elefanten „für zukünftige Generationen zu schützen“.

Natürlich sind dies lobenswerte Gesten im Dienste eines edlen Ziels. Aber der Kampf gegen den Elfenbeinverkauf allein wird den Rückgang der Elefantenpopulationen nicht bremsen. Denn die größte Bedrohung für diese und viele andere Arten besteht in einer viel gewöhnlicheren menschlichen Aktivität: der Landwirtschaft.

Bei ihrer endlosen Suche nach fruchtbarer Erde kultivieren Landwirte überall in den Entwicklungsländern immer mehr Land. In alarmierendem Tempo werden dabei wichtige Lebensräume für Wildtiere zerstört. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) werden, wenn die aktuellen Trends andauern, die weltweiten Ackerflächen bis 2050 um etwa 70 Millionen Hektar zunehmen, und ein großer Teil der neuen bewirtschafteten Flächen wird sich auf Land befinden, auf dem momentan Wald wächst. Besonders groß sind die Risiken in Südamerika und Afrika südlich der Sahara, wo sich das Bevölkerungswachstum und die Nachfrage nach Lebensmitteln auf die tropischen Wälder besonders negativ auswirkt.

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