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Euro in Gefahr

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MÜNCHEN – „Nicht der Euro ist in Gefahr, sondern die Staatfinanzen einzelner europäischer Länder.“ So hört man es allenthalben, aber es stimmt nicht. Der Euro selbst ist in Gefahr, weil die Krisenländer ihre Druckerpresse in den letzten Jahren im Übermaß bedient haben, um sich zu retten. 90% der Refinanzierungskredite, die die Notenbanken der GIPS-Länder (Griechenland, Irland, Portugal, Spanien) ihren Banken gaben, dienten dazu, einen Nettozustrom von Gütern und Vermögensobjekten aus anderen Ländern des Euroraums zu erwerben. Zwei Drittel der gesamten Bestandes an Refinanzierungskrediten des Euroraums wurde in den GIPS-Ländern vergeben, obwohl diese Länder nur 18% der Wirtschaftsleistung des Euroraums umfassen.

88% der Summe der Leistungsbilanzdefizite dieser Länder während der letzten drei Jahre wurde durch eine Kreditvergabe im Eurosystem finanziert. Insgesamt sind über 300 Milliarden an Krediten geflossen, die im Wesentlichen von der Bundesbank kamen. In dieser Zahl enthalten ist eine gewaltige Finanzierung der Kapitalflucht aus Irland  heraus, die in den letzten drei Jahren bei etwa 130 Milliarden Euro lag.

Die Kapazitäten, diese Politik fortzusetzen, werden bald erschöpft sein, da das aus den GIPS-Ländern hereinströmende Geld das in Deutschland sonst durch Refinanzierungskredite geschaffene Geld mehr und mehr verdrängt. Wenn die Reise noch zwei Jahre so weiter geht wie die letzten drei Jahre, ist der Restbestand an Geldschöpfungskrediten in Deutschland verschwunden. Die Deutsche Bank nimmt schon heute nicht mehr an den Refinanzierungskrediten teil. Wenn die deutschen Banken bei den Refinanzierungsgeschäften nicht mehr mitmachen, verliert die EZB die direkte Kontrolle über die deutsche Wirtschaft, die sie früher über ihre Zinspolitik hatte. Der Hauptrefinanzierungssatz ist dann nur noch der Satz, zu dem die Peripherie das Zentralbankgeld abruft und für Käufe im Zentrum Europas verwendet. Alles Geld käme im Endeffekt von dort.