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Die Regulierung des Carry Trade

PRINCETON – Während der ersten Jahre der weltweiten Finanzkrise interessierte man sich in der makroökonomischen Debatte für Wechselkurse am wenigsten. Ein französischer Vorschlag aus dem Jahr 2011 für eine umfassende Reform des internationalen Währungssystems blieb unbeachtet. Heute ist das Thema in hohem Maß angstbesetzt – und das aus gutem Grund.

Währungskriege erinnern an die Fragilität des Globalisierungsprozesses. Beginnt ein Teil dieses Prozesses unannehmbar schmerzhafte Ausmaße anzunehmen, steigt die Notwendigkeit politischer Intervention und das gesamte System läuft Gefahr, sich aufzulösen.

Die Erwartung steigender Zinssätze in den Vereinigten Staaten treibt den Kurs des Dollars nach oben, während die lockere Geldpolitik in Japan und Europa für fallende Kurse von Yen und Euro sorgen. Im Lauf des letzten Jahres hat der Euro mehr als ein Fünftel seines Wertes gegenüber dem Dollar eingebüßt und es gibt keinerlei Anzeichen, dass sich dieser Trend in absehbarer Zeit umkehren wird.

Die Abwertung des Euro wird von führenden Persönlichkeiten der europäischen Wirtschaft freudig begrüßt. In den USA allerdings, wo die wirtschaftliche Erholung durch die Aufwertung des Dollar abgewürgt zu werden droht, äußern offizielle Vertreter der Notenbank Federal Reserve Anzeichen der Besorgnis.