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Österreich und die Verschwörung gegen Europa

LONDON – Schon seit langem erwartet Europa, dass die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament zur bislang größten Kraftprobe zwischen den Populisten und den etablierten europäischen Parteien werden. Nach dem Zusammenbruch der österreichischen Regierung wird nun klar, wie hoch der Einsatz ist. Die Frage, die sich jetzt alle europäischen Demokraten links, rechts und in der Mitte stellen müssen, ist, ob das tatsächliche Ausmaß der politischen, moralischen und materiellen Korruption der rechtsextremen europäischen Parteien, wie es in Österreich zu Tage tritt, rechtzeitig erkannt wurde.

Österreich wird seit 2017 von einer Koalition regiert, die aus der Österreichischen Volkspartei (nach ihrem Parteiführer und momentanen Kanzler auch Sebastian-Kurz-Liste genannt) und der Freiheitlichen Partei (FPÖ) besteht. Letztere wurde in den 1950er Jahren von ehemaligen SS-Offizieren gegründet. Nachdem zwei führende deutsche Nachrichtenmagazine, Der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung, ein Video veröffentlichten, ging die Koalition auseinander, und im September finden Neuwahlen statt.

Dieses atemberaubende Video zeigt den zwielichtigen Vizekanzler und FPÖ-Parteiführer Heinz-Christian Strache bei heftigem Alkoholgenuss. Er bietet einer Frau, die sich als Nichte eines russischen Oligarchen ausgibt, Regierungsverträge an. Sie stellt in Aussicht, die Kronen Zeitung, Österreichs beliebteste Zeitung, zu kaufen und in das FPÖ-Lager zu überführen. Im Gegenzug sagt Strache der Frau zu, ihr zu überhöhten Preisen öffentliche Verträge für den Bau österreichischer Straßen zu verschaffen. Aber Straches korrupte Vorstöße beschränken sich nicht auf seinen geplanten Angriff auf die Kronen Zeitung: Das wahre Ziel der FPÖ, sagt er im Video, bestehe darin, das zu erreichen, was der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán in seinem eigenen Land erreicht hat: die Medien in fügsame Unterstützer seiner Partei zu verwandeln.

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