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gerlach6_DANIEL ROLANDAFPGetty Images_ECBbuildingsign Daniel Roland/AFP/Getty Images

Ein EZB Song Contest?

ZÜRICH – Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass das Rennen um die Nachfolge von Mario Draghi als Präsident der Europäischen Zentralbank den Geschmack der anstehenden Endrunde des Eurovision Song Contest angenommen hat. Die Regierungen wollen, dass ein Kandidat aus ihrem Land gewinnt, weil sie das gut aussehen lässt, und nicht, weil ein derartiger Kandidat die EZB-Politik zwangsläufig verbessern würde. Ein Merkmal dieses Bestallungsverfahrens dürfte fast mit Sicherheit eine Abstimmung in Blöcken sein, bei der sich die nördlichen und südlichen Mitgliedstaaten der Europäischen Union gegenüberstehen. Und absurderweise argumentieren einige Kommentatoren, dass jetzt ihr Land als Gewinner an der Reihe sei.

Dies ist eindeutig der falsche Ansatz. Stattdessen sollten sich die EU-Mitgliedstaaten fragen, welche Kriterien ein Kandidat erfüllen muss, um ein effektiver EZB-Präsident zu sein, und dann nach der Person suchen, die diese Kriterien am besten erfüllt. Drei Anforderungen ragen dabei heraus.

Zunächst einmal muss der Präsident ein Mannschaftsspieler sein. Jene Journalisten und Kommentatoren, die mit der unkonventionellen Politik der Bank unter Draghi nicht einverstanden waren, vergessen häufig, dass der EZB-Präsident nicht die politische Linie festlegt, sondern vielmehr bei den Sitzungen des EZB-Rates, auf denen die Entscheidungen darüber getroffen werden, den Vorsitz führt.

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