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Wie geht es mit Europas Kapitalmärkten weiter?

LONDON – Wenn das Vereinigte Königreich letztendlich die Europäische Union verlässt, wird es - sofern dieser Fall eintritt  - den größten Kapitalmarkt Europas mitnehmen. Der Verlust der City of London könnte die 27 verbleibenden EU-Mitglieder dazu bewegen, eine nach innen gerichtete Strategie für das Management ihrer Kapitalmärkte zu verfolgen. Aber wie aus einer von uns verfassten neuen Stellungnahme für das Zentrum für europäische Reform hervorgeht, wäre es für die EU27 weitaus besser, diese Märkte für London und den Rest der Welt offen zu halten – und mit ihnen integriert zu bleiben.  

Die verstärkte Offenheit der Kapitalmärkte steht schon geraume Zeit auf der Agenda der EU. Seit 2014 - lange vor der Brexit-Abstimmung - strebt die EU den Aufbau integrierter Märkte für grenzüberschreitende Investitionen innerhalb der Union an. Doch die Schaffung einer Kapitalmarktunion (KMU) erfordert politisch heikle strategische Änderungen in einer Vielzahl von Bereichen, darunter Besteuerung, Insolvenzregelungen und Finanzregulierung. Infolgedessen gestaltet sich der Fortschritt schleppend.

Ohne die City of London kann die EU die Schaffung eines Kapitalmarkts, der mit New York oder Tokio mithalten kann, wohl vergessen. Das heißt allerdings nicht, dass die EU ihre Ambitionen zum Aufbau einer KMU aufgeben soll. Schließlich bleiben die grundlegenden Fragen, der sich eine derartige Union stellen soll, bestehen.

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