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Europas Zombie-Banken

BRÜSSEL – Was läuft bei den europäischen Banken falsch? Die kurze Antwort lautet: der Sektor ist zu groß, verfügt über zu wenig Kapital, und es tummeln sich zu viele Akteure, denen es an einem tragfähigen langfristigen Geschäftsmodell mangelt. Die Kombination aus den letzten beiden Faktoren – eine Überfülle an Banken ohne nachhaltige Möglichkeiten zur Erzielung von Gewinnen – stellt das gravierendste und schwierigste Problem dar.

Die Größe des Bankensektors gibt Anlass zur Sorge, denn angesichts der Gesamtverbindlichkeiten von über 250 Prozent des BIPs der Eurozone, könnte jedes größere Problem die öffentlichen Haushalte überstrapazieren. Kurzum, der Bankensektor in Europa ist möglicherweise zu groß, um gerettet zu werden.

Unterkapitalisierung kann durch eine Eigenkapitalspritze behoben werden. Doch je größer der Bankensektor, desto schwieriger könnte sich dieses Vorhaben gestalten. Noch bedeutsamer ist, dass es keinen Sinn hat, frisches Kapital in Banken zu stecken, die in absehbarer Zukunft keine Gewinne erzielen können.

Die Schwierigkeiten in Südeuropa sind hinlänglich bekannt, doch zwischen den Ländern bestehen grundlegende Unterschiede. In Spanien haben die Banken in der Vergangenheit Hypothekardarlehen mit 30-jähriger Laufzeit ausgegeben, deren Zinsen an Interbankensätze wie den Euribor-Index geknüpft sind, wobei der geringe Spread (oftmals weniger als 100 Basispunkte) für die gesamte Laufzeit der Hypothek festgesetzt ist.