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Europas trojanisches Pferd

BERKELEY Europa bewegt sich unaufhaltsam in Richtung einer finanziellen Rettung Griechenlands. Es wird Notkredite geben, man wird auf   Bedingungen pochen und die Regierung in Athen wird ihre obligatorischen Versprechen abgeben.

Dadurch wird die griechische Regierung in die Lage versetzt, ihre Schulden zu bedienen. Die Märkte werden sich beruhigen. Die längerfristigen Folgen werden zwar nicht angenehm sein, aber immerhin sind die Probleme vorerst einmal vom Tisch.

Manche werden behaupten, der fatale Fehler bestand darin, Griechenland überhaupt in die Eurozone aufgenommen zu haben. Es hätte klar sein müssen, dass dieses Land nicht vorbereitet war. Seine Haushaltspolitik war bereits bei der Aufnahme in die Währungsunion im Jahr 2001 aus dem Ruder gelaufen und die Gewerkschaften forderten trotz rückläufiger Produktivität eine Angleichung der Löhne auf europäisches Niveau.  

Diese Antwort ist allerdings zu einfach, vor allem angesichts der Tatsache, dass derartige Zeichen der Dysfunktion nicht auf Griechenland beschränkt sind. Spanien mit seiner Arbeitslosenrate von 20 Prozent und einem explodierenden Haushaltsdefizit sieht in Griechenland das Bild seiner eigenen Zukunft. Wenn nicht, sehen es zumindest die Märkte so. Portugal und Italien geht es nur unwesentlich besser.