14

Die notwendige Einheit der Europäischen Union

BRÜSSEL – Die Folgen der europäischen Schuldenkrise sind in großen Teilen der Europäischen Union nur allzu präsent, da notleidende Ökonomien versuchen, Stabilität und Wachstum gleichzeitig zu erreichen. Ungeachtet der wichtigen Entscheidungen, die in den letzten Jahren gefällt wurden, müssen wir unsere Anstrengungen vergrößern, um den Herausforderungen für die Eurozone gerecht zu werden.

In der gesamten EU werden Reformen und Konsolidierungsmaßnahmen umgesetzt. Gemeinsame finanzielle Rettungsschirme wurden aufgespannt. Und die Europäische Zentralbank hat immer wieder gezeigt, dass sie zum Euro steht. Doch Experten und Partner unterschätzen oftmals unsere Entschlossenheit.

Alle bislang unternommenen Schritte führten nicht zu weniger, sondern zu mehr europäischer Integration. Zwar stimmt, dass die Entscheidungsfindung in unserem demokratischen System manchmal ihre Zeit dauert. Man hüte sich aber davor, uns falsch einzuschätzen: bei den Verhandlungen geht es um Gestaltung und nicht um das Endergebnis. In der EU ist ausreichend politischer Wille vorhanden, alles Notwendige zu tun, um den Euro zu schützen, weil die Zukunft der Einheitswährung auch die Zukunft der europäischen Integration bestimmen wird.

Die in Europa notwendigen zusätzlichen Maßnahmen müssen in einem Bekenntnis zu einer tieferen Integration wurzeln. Hohe Staatsschulden in Kombination mit dem Verhalten von Teilen des Finanzsektors haben die Krise in der Eurozone verschärft und wesentliche Vertrauensfragen aufgeworfen, die nun eine systemische Antwort erfordern.