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Europas eingebürgerte Killer

Europa scheint derzeit das bevorzugte Ziel islamistischer Terroristen zu sein. Die Festnahme von 21 britischen Muslimen für die Planung von Bombenattentaten auf Transatlantik-Fluggesellschaften unterstreicht wieder einmal das wachsende Gefühl der Angst und Unausweichlichkeit, das darauf beruht, dass wir uns die Bedrohung selbst herangezogen haben. Doch was wissen wir wirklich über diese Killer unter uns?

Selbstverständlich kennen wir ihren allumfassenden Fundamentalismus in groben Zügen und haben eine vage Vorstellung von Al Kaida als einem dezentralen Netzwerk von Zellen in vielen Ländern, das versucht chemische, biologische und vielleicht sogar nukleare Waffen zu erwerben. Auch kennen wir die langfristigen Ziele ihrer Anführer: in muslimischen Ländern die Macht zu ergreifen und die westlichen Staaten anzugreifen, die die weltlichen Regime in der islamischen Welt unterstützen. Schließlich wissen wir auch, dass es bei dieser Flutwelle des Fanatismus wenige Anführer gibt, ihnen nun jedoch die Sympathie von Millionen einfacher Muslime zuteil wird.

Es hat schon immer einzelne Fanatiker gegeben, die bereit waren, im Namen ihres Glaubens zu sterben und zu töten. Doch erscheinen sie heute infolge der technischen Fortschritte, die das Bombenbauen „demokratisiert“ haben, bei weitem gefährlicher. Wie die Bombenanschläge von London und Madrid gezeigt haben, braucht man schließlich nur ein Mobiltelefon, um den Zeitpunkt einer Explosion – oder einer Reihe von Explosionen – mit tödlicher Effizienz festzulegen.

Unsere Freiheiten und die gesellschaftliche Mobilität tragen ebenfalls zu der Bedrohung bei. Die Menschen bewegen sich billig und relativ bequem um die ganze Welt. Einwanderer können sich in neuen Gesellschaften etablieren, und in demokratischen Staaten können sie völlig ohne jede Überwachung leben. Unsere Freiheiten sind ihr Werkzeug.