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Europas Weg aus der Krise

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Seit zwei Jahren jagt in der EU ein Gipfel den nächsten, immer verbunden mit der Ansage, jetzt wären die entscheidenden Maßnahmen zur Eindämmung der Krise getroffen worden. Und es gehört zu den Merkwürdigkeiten der leicht hysterischen öffentlichen Krisenwahrnehmung und der noch hysterischeren Berichterstattung darüber, dass man bisher eigentlich immer falsch lag. Nur dass es das letzte Mal  genau anders herum kam.

Die meisten Gipfel der EU und der Eurogruppe zuvor wurden öffentlich als Durchbrüche gefeiert, die sie tatsächlich niemals waren. Drei Tage dauerte es dann in der Regel, bis den Märkten schließlich die Wahrheit dämmerte, und anschließend ging die europäische Krise in die nächste Runde.

Statt Erfolge bei der Krisenbekämpfung zu produzieren, verfuhren die Staats- und Regierungschefs lieber zwei Jahre lang nach der Devise des „zuwenig und zu spät!“ Und die Preise für die Krisenrettung durch die Staaten und deren Steuerzahler stiegen dadurch immer weiter an. Zugleich machte man durch mangelnde Entschiedenheit und Zuwarten  aus einer beherrschbaren Finanzkrise Griechenlands eine existenzbedrohende Krise für die Staaten der südlichen EU Peripherie und für das gesamte europäische Projekt. Das war in der Tat ganz große Staatskunst und ging zu weiten Teilen auf Merkels und Deutschlands Rechnung.