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Die Wiederbelebung der europäischen Föderalismusdebatte

BRÜSSEL: Die Debatte ist alt, doch die Spannungen innerhalb des Euroraums haben sie wieder aufleben lassen: Kann eine Währungsunion ohne eine Form von Fiskalföderalismus überleben?

Für Anleger weltweit ist dies eine ständige Sorge. Die Inhaber europäischer Staatsanleihen glaubten zu wissen, was sie gekauft hatten. Sicher, so etwas wie Staatsanleihen der Eurozone gab es nicht. Doch deutsche, französische, spanische und selbst griechische Anleihen wurden alle ungefähr gleich verzinst; also galten sie als gleichwertig.

Inzwischen haben die Anleger erkannt, dass sie nicht richtig verstanden, was diese Staatsanleihen repräsentierten – nämlich das institutionelle Konstrukt, das der europäischen Währung zugrunde liegt. Und wenn die globale Finanzkrise uns überhaupt etwas gelehrt hat, dann dies: Wenn man ein Finanzprodukt nicht versteht, sollte man die Finger davon lassen. Doch selbst wenn sich die Anleger diese Lehre tatsächlich zu Herzen nehmen, ist die europäische Krise damit noch längst nicht vorbei.

Die Frage bleibt: Sollte sich Europa den Fiskalföderalismus zu Eigen machen, um die Eurozone zu stärken und das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen? Das Problem ist, dass der Begriff Fiskalföderalismus für unterschiedliche Menschen jeweils eine unterschiedliche Bedeutung hat.