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Europas Englisch sprechende Bevölkerungen

Die Europäische Union hat eine gemeinsame Währung, aber was ist mit einer gemeinsamen Sprache? Seit ihrer Gründung hat die EU die Sprachen all ihrer Mitgliedsstaaten zu ihren offiziellen Sprachen gemacht. Sogar dem Irischen, das im eigenen Lande nur von einer winzigen Minderheit gesprochen wird, wurde kürzlich der volle offizielle Status zugesprochen.

Die Gleichstellung aller Sprachen der EU ist eine direkte Folge der formalen Gleichheit der Mitgliedsstaaten gemäß den Gründungsverträgen. Es ist außerdem eine Sache des demokratischen Prinzips, dass Gesetze in der Sprache jedes Landes abgefasst sind, in dem sie gelten.

Allerdings kann die Positur der EU als Beschützer sprachlicher Vielfalt die derzeitige Massenbewegung hin zum Englischen nicht verbergen. Je mehr Sprachen, so scheint es, desto mehr Englisch wird gesprochen. Trotzdem ermuntert die Europäische Union junge Europäer noch immer, so viele verschiedene Sprachen wie möglich zu erlernen. Es wäre politischer Selbstmord, den wahren Stand der Dinge anzuerkennen, selbst wenn die offizielle Politik lediglich die Chance erhöht, dass die Europäer einander trotz aller Mühen noch immer nicht verstehen.

Ein solches Resultat ist unwahrscheinlich, aber nur, weil Europas Sprachproblem auf dem besten Wege ist, sich selbst zu lösen. Überall in der EU – so wie in einem Großteil der Welt insgesamt, vom indischen Subkontinent bis hin zu großen Teilen Afrikas – fungiert das Englische zunehmend als Sprache der internationalen Kommunikation.