0

Europas Anker der Stabilität

FRANKFURT – Mit einem Alter von weniger als zehn Jahren ist der Euro in jeder Hinsicht eine junge Währung. Dennoch ist er für beinahe 320 Millionen Menschen in 15 europäischen Ländern zu einer Realität des täglichen Lebens geworden. Angesichts der Entwicklung des Euro während der diesjährigen globalen Finanzkrise können selbst seine schärfsten Gegner nicht leugnen, dass der Euro ein erstaunlicher Erfolg ist.

Diesen Sommer haben sich wieder Millionen Reisende teure Gebühren beim lästigen Währungswechsel erspart. Von größerer ökonomischer Bedeutung ist allerdings der Vorteil für Handel und Investitionen durch die nicht mehr vorhandenen Währungsrisiken innerhalb der Euro-Zone. Die gemeinsame Währung vollendet den Binnenmarkt für die Mitglieder der Euroraums.

Seit 1999 waren die Mitglieder der Europäischen Währungsunion (EWU) einer Reihe von heftigen exogenen Schocks ausgesetzt: Der Anstieg des Preises für ein Fass Rohöl von ungefähr 10 auf 150 Dollar; der Zusammenbruch der Kapitalmärkte nach dem Platzen der Dotcom-Blase; die sich ausbreitende Gefahr des Terrorismus nach dem 11. September 2001 und zwei Kriege. Der im letzten Sommer beginnende Zusammenbruch des Marktes für amerikanische Subprime-Kredite löste Turbulenzen auf den Finanzmärkten aus und ein Ende ist nicht in Sicht.

Aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit mit nationalen Währungen hätten die Europäer damit rechnen müssen, dass jeder dieser Schocks eine heftige Krise auf den Devisenmärkten auslösen würde. Es ist nicht schwierig, sich vorzustellen, was während der jüngsten Finanzmarktkrise geschehen wäre, wenn die Länder der Eurozone noch immer ihre jeweiligen Währungen gehabt hätten: Immense Spekulationen gegen manche Währungen, massive Interventionen der Zentralbanken und schließlich der Zusammenbruch des Paritätssystems.