Syrian refugees, father and daughter World Bank Photo Collection/Flickr

Wir dürfen keine Angst haben!

PARIS – Europa erlebt derzeit einen Moment von historischer Bedeutung. Bis zum Jahresende wird sich die Zahl der Asylbewerber in der Europäischen Union auf über eine Million erhöhen. Trotz des furchtbaren Leids, das mit dieser Flüchtlingskrise verbunden ist, haben die europäischen Regierungen, abgesehen von einigen wenigen Ausnahmefällen, bislang bestenfalls zaghaft reagiert. Man räumt ein, dass mehr getan werden muss, doch gleichzeitig herrscht Angst vor den Folgen.

Einige Politiker befürchten, dass die Kommunen und Steuerzahler mit der Last überfordert sein könnten. Andere haben Angst vor Extremisten, die als Flüchtlinge getarnt nach Europa kommen. Vor allem aber fürchten viele die öffentliche Meinung. Trotz der herzlichen Begrüßungsszenen und der anhaltenden Unterstützung für Asylbewerber stehen viele noch größeren Zuwandererzahlen aus von Kriegen heimgesuchten, instabilen Ländern weiterhin zögernd oder sogar ablehnend gegenüber. Vor allem wenn die Zuwanderer einer anderen Glaubensrichtung angehören.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs können sich solche Furcht nicht leisten. Sie können vor der Flüchtlingskrise nicht die Augen verschließen. Es wird keine Zauberlösung geben, dank der mehr als eine Million Menschen über die Ägäis und den Bosporus zurück nach Mosul und Aleppo oder über das Mittelmeer zurück nach Eritrea, Somalia oder in den Sudan geschickt werden können.

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