Kosovo refugees UN photo/Flickr

Europas Flüchtlingsproblem, damals und heute

NEW YORK – In diesem Frühjahr fuhr ich an einen schönen Ort am Südufer des Genfer Sees. Mein Ziel war das Hotel Royale in Évian-les-Bains. Dort versammelten sich im Juli 1938 Vertreter aus 32 Nationen zu einer beschämenden Diskussion, die nahezu aus unserem Gedächtnis verbannt wurde.

Als Reaktion auf die sich durch Hitlers virulenten Antisemitismus abzeichnende massive Flüchtlingskrise lud US-Präsident Franklin D. Roosevelt damals zur Konferenz von Évian, die zur Katastrophe geriet. Die verheerenden Ergebnisse dieses Treffens muss man sich vor dem Hintergrund der aktuellen Migrationskrise in Europa in Erinnerung rufen.  

Auf der Konferenz von Évian wollte man sich der Misere hunderttausender deutscher und österreichischer Juden annehmen, die verzweifelt anderswo nach Zuflucht suchten. Roosevelt glaubte, dass man dieser Herausforderung nur mit einer kollektiven Lösung begegnen konnte. Auch Hitler hoffte, andere Länder würden die Flüchtlinge aufnehmen.

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