Adam Gault/Getty Images

Chaos und Ordnung

BERLIN – Europa war über viele hundert Jahre hinweg, der Kontinent der Kriege, die Heimat des Mars, um einen Vergleich von Robert Kagan zu paraphrasieren, und alles andere als der Kontinent des Friedens, die Heimat der Venus.

Dazu wurde es erst, als es am Ende des zweiten schrecklichen Weltkriegs nahezu völlig seine Souveränität an die beiden neuen globalen Supermächte USA und Sowjetunion verloren hatte und auch jener dritte Weltkrieg auf seinem Boden, der Gott sei Dank ein „kalter“ geblieben war, zu Ende ging und die Teilung des Kontinents zwischen den beiden Supermächten überwunden wurde.

An die Stelle der alten europäischen Staatenordnung, die in zwei Weltkriegen und einem Kalten Krieg zugrunde gegangen war, trat das „Reich der Venus“ in Gestalt der EU, das immerwährenden Frieden im Innern wie nach außen, wirtschaftliche Prosperität und die Herrschaft von Demokratie und Recht verhieß. Die Europäer schienen die großen Gewinner vom Ende der „Geschichte“ und dem globalen Sieg von liberaler Demokratie und Marktwirtschaft zu sein.

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