7

Die Lösung der europäischen Bankenkrise in Italien

LONDON – Der europäische Bankensektor ist angeschlagen und hochgradig fragmentiert. Zwar sind die Probleme in einigen Ländern und Finanzinstituten dringender als in anderen, aber alles in allem bewegt sich der Sektor auf einem Profitabilitätsniveau, das unterhalb der Kosten seines Eigenkapitals liegt. Weiterhin wird seine Kapitalisierung durch die vorhandenen faulen Kredite und schwer zu bewertenden Anlagen über Jahre hinweg untergraben sein.

Ein gutes Beispiel dafür ist Italien. Nicht nur hemmt der dysfunktionale Bankensektor des Landes die wirtschaftliche Erholung und notwendige Investitionen, sondern spitzt auch ein Problem zu, das die gesamte Eurozone betrifft.

Im Frühling 2012 wurde klar, dass das europäische Bankensystem ein entscheidender Schwachpunkt in der Architektur des Euro ist. Es herrschte Einigkeit, dass eine gemeinsame Bankenaufsicht, ein zentralisierter Beschlussrahmen und ein vergemeinschaftetes Einlagensicherungssystem unverzichtbare Grundlagen der Eurozone seien. Die Idee war, dass diese Maßnahmen kurzfristig zur Beschleunigung der Bankenreparatur beitragen und die finanzielle Fragmentierung beenden würden. Sie sollten gleiche Rechte für alle gewährleisten, das Risiko zukünftiger Bankenkrisen reduzieren und letztlich die Kosten für Bankenpleiten in Grenzen halten und aufteilen.

Aber die Straße zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. In seinem momentanen Zustand ist die europäische Bankenunion nicht nur unvollständig, sondern durch ihre Konstruktionsfehler auch eine Quelle der Tatenlosigkeit und Instabilität, was schlimmer ist als die Probleme, die sie eigentlich lösen sollte.