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Der deutsch-französische Motor und die Zukunft Europas

BERLIN – 2017 wird für Europa wohl ein entscheidendes Jahr werden: Nach dem Schock des Brexit und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten in 2016 werden im kommenden Jahr Neuwahlen in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und vielleicht auch in Italien unter anderem darüber entscheiden, ob die EU zusammenhalten oder ob die neonationalistische Welle in nahezu allen Mitgliedstaaten zum Zerfall der EU führen wird.

In 2017 wird es Ernst werden mit der praktischen Ausgestaltung des Brexit und damit der Beantwortung der Frage, wie sich das zukünftige Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien gestalten wird. Und gleich zum Beginn des Jahres, am 20. Januar 2017, wird Donald Trump das Amt als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika antreten. Für Europa kann dieses Datum eine dramatische Zäsur bedeuten.

Wenn man die bisherigen Äußerungen des gewählten Präsidenten Trump zu Europa zur Grundlage für seine zukünftige Politik gegenüber dem alten Kontinent heranzieht, dann darf sich die EU auf tiefgehende Erschütterungen einstellen, denn Trump hält nichts von der europäischen Integration, dafür aber umso mehr von dem in nahezu allen Mitgliedstaaten grassierenden neuen Nationalismus. Diese Haltung teilt er ganz offensichtlich mit seinem russischen Gegenüber.

Wladimir Putin versucht schon seit längerem, die EU durch die Förderung nationalistischer Kräfte und Bewegungen in deren Mitgliedstaaten zu destabilisieren und wenn dieser Trend in Zukunft auch von Washington unterstützt wird, dann darf sich die EU – eingeklemmt zwischen russischen Trollen und Breitbart News – auf einiges gefasst machen.