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Europas Chance und Verantwortung

In der amerikanischen Hauptstadt brummt und summt es erneut ganz vernehmbar. Irak und Iran, vor allem Iran ist das Thema. Je weniger man „inside the beltway“ noch eine gewisse Rationalität im Handeln der Regierung Bush zu entdecken vermag, desto heftiger kocht die Gerüchteküche.

Wird er es tun? Wird Präsident Bush den Befehl zum Angriff geben, um den Iran aus der Luft und mit Special Forces anzugreifen? Denn zu mehr wird es angesichts der völlig überdehnten Armee kaum mehr reichen.

Seit der „State of the Union“ Rede des amerikanischen Präsidenten ist kaum ein Tag vergangen, an dem nicht irgendetwas im Zusammenhang mit dem Iran passiert wäre, oder die Regierung in Washington nicht ihre Rethorik verschärft hätte. Ganz eindeutig werden seitens der amerikanischern Regierung die militärischen Vorbereitungen für einen Angriff aus der Luft vorangetrieben. Die Konfrontation mit den Iranern im Irak wird sichtbar verstärkt. Und vielleicht auch anderswo? An der Grenze zu Afghanistan, ist jüngst eine Bombe explodiert, die sich gegen die iranischen Revolutionswächter gerichtet hat. Und es wird mit „Beweisen“ versucht, eine Bedrohung durch den Iran aufzubauen, die einen Angriff rechtfertigen könnte.

Bluff oder Ernst? Die Beantwortung dieser Frage könnte man mit Ruhe abwarten, aber der Fortschritt des iranischen Atomprogramms einerseits und die auslaufende Amtszeit dieses Präsidenten andererseits können in eine dann kaum noch zu kalkulierende Dynamik führen.