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Europas jüngster strategischer Reinfall

MADRID – Letzte Woche haben die Außenminister der Europäischen Union - ohne viel Aufhebens oder Konsultationen - die EU-Strategie für die Zusammenarbeit im indopazifischen Raum verabschiedet. Dabei handelt es sich um einen Schritt zur rechten Zeit, in dem sich das Bewusstsein für die wachsende strategische Bedeutung der indopazifischen Region abbildet. Aber wie so oft bei EU-Rahmenwerken ist von strategischer Klarheit wenig zu bemerken – vielmehr finden sich darin jede Menge vage Pläne, allgemeine Prinzipien und bürokratischer Jargon.

Der geostrategische Fokus auf die indopazifische Region ist ein Phänomen der jüngeren Vergangenheit. Noch vor wenigen Jahren stand Asien – oder vielmehr der asiatisch-pazifische Raum – im Mittelpunkt der weltweiten Aufmerksamkeit. Die „Hinwendung nach Asien” des früheren US-Präsidenten Barack Obama war ein Beispiel dafür.

Doch bei diesem Asien-Fokus ging es im Prinzip um China. Und dieses Land operiert wohl kaum ausschließlich innerhalb Asiens. Mit seiner Belt and Road Initiative beispielsweise verfolgt China weitreichende – beinahe weltumspannende – Ambitionen. Und seine aggressiven Bemühungen, Ansprüche auf Inseln und Meeresgebiete durchzusetzen, haben Länder von Australien bis zu den Philippinen in Angst und Schrecken versetzt.

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