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Europas ESG-Chance

PARIS – Das Finanzwesen entwickelt sich derzeit verstärkt in Richtung Nachhaltigkeit, und das gerade noch rechtzeitig. Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften und Staatsfonds bekennen sich vielfach zu Klimaschutz, Biodiversität und wirtschaftlicher Inklusion. In jedem Fall geht es darum, Finanzierung nicht als Selbstzweck, sondern als Instrument zu betrachten sowie Ziele zu verfolgen, die weit über die finanzielle Rendite hinausgehen.

Heute sind weltweit über 40,5 Billionen Dollar auf Grundlage ökologischer, sozialer und Governance-Prinzipien (ESG) investiert. Doch wer definiert, was ein ESG-Investment ist, und inwieweit können wir den ESG-Erklärungen der Unternehmen vertrauen? Wir benötigen eine Reihe wirklich globaler ESG-Standards – und Europa kann und sollte eine führende Rolle bei deren Formulierung und Umsetzung spielen.

Die nichtfinanzielle Leistungsbewertung von Unternehmen ist bei weitem nicht nur eine technische Angelegenheit, sondern eine zutiefst politische Frage. Der erste Schritt besteht in der Auswahl der Indikatoren zur Messung der ökologischen oder sozialen Leistung eines Unternehmens. Dann stellt sich die Frage nach der Festlegung grundlegender ESG-Standards, deren Einhaltung von allen Unternehmen verlangt werden soll, die in Europa, den USA oder China Geschäfte machen wollen, sowie die Definition eines Referenzrahmens, der die Finanz- und Investitionsströme direkt beeinflussen wird.

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