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Brexit – der erste Teil eines Albtraums wird wahr!

BERLIN – Es ist also geschehen. Nein, das Ergebnis der Volksabstimmung über den Brexit ist kein Beispiel für jenen tiefschwarzen britischen Humor, den ich so sehr schätze, ist nicht Monty Python, sondern Boris and Dave, härteste politische Realität also und eine ziemliche Katastrophe.

Die Mehrheit in Großbritannien hat sich für den Austritt aus der EU entschieden und angesichts der ökonomischen, politischen und militärischen Größe des Landes wird dies eine große Lücke in die Union schlagen und diese schrumpfen lassen. Aber die demokratische Mehrheit hat in einem Referendum  entschieden, und so ist es nun.

Europa wird daran nicht zugrunde gehen und was aus Großbritannien werden wird, weiß zur Stunde wohl kaum jemand. Bleibt das Land zusammen oder werden die Schotten gehen? Hat der 23. Juni den selbst verschuldeten Niedergang einer der dynamischsten Volkswirtschaften der EU eingeleitet? War es das mit der Weltfinanzmetropole London?

Der Austritt Großbritanniens ist ein bis dato einmaliger Vorgang und wird deshalb für beide Seiten mannigfache und gewiss auch jede Menge böse Überraschungen bergen. Denn die EU ist bis zum Brexit Referendum eigentlich immer nur gewachsen, wenn man von dem peripheren Sonderfall Grönland einmal absieht - und deshalb weiß niemand so recht, wie dieser Prozess ablaufen und wie lange er dauern wird (Grönlands Exit dauerte zwischen der Volksabstimmung und dem  juristischen Austritt drei Jahre) und welche Weiterungen er für das Vereinigte Königreich und die Europäische Union haben wird.