Myanmars ethnisches Pulverfass

PRAG – Zwei Jahre sind vergangen, seitdem in Myanmar (Burma) nach mehr als zwei Jahrzehnten der Militärdiktatur allgemeine Wahlen abgehalten wurden. Die Volksabstimmung wurde als wichtiger Schritt auf dem Weg des Landes von einer militärischen zu einer zivilen Regierung gepriesen, und die Wirtschaft hat unter der Zivilregierung von Präsident Thein Sein beeindruckende Fortschritte erzielt. Wenn aber das Land seine weit zurück reichenden ethischen Konflikte nicht in den Griff bekommt, können all diese Erfolge schnell wieder zunichte gemacht werden.

Die gestörten Beziehungen zwischen Burmas Regierung und den ethnischen Minderheiten sind ein schwerwiegendes Hindernis für die Entwicklung hin zu Stabilität und Wohlstand. Tatsächlich ist die jüngere Geschichte Burmas von ethnischer Gewalt und langwierigen Konflikten mit Regierungstruppen geplagt, besonders in den States Kayin, Shan und Kachin.

Viele der ethnischen Minderheiten Burmas – die zusammen ungefähr 40 Prozent der Bevölkerung ausmachen – sind schon seit langem Opfer von Verfolgung und Misshandlung. Dadurch hegen sie oft Wut und Ärger gegenüber der Regierung, einige leisten sogar bewaffneten Widerstand. Es besteht die reale Gefahr, dass Gegner der burmesischen Wende diese Spannungen ausnutzen und damit ethnische Konflikte befeuern, um die Reformbemühungen scheitern zu lassen.

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