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Ein New Deal für Arbeitskräfte in der informellen Wirtschaft

CAMBRIDGE – Anfang der 1930er-Jahre führte US-Präsident Franklin D. Roosevelt den New Deal ein, um die Folgen der Weltwirtschaftskrise zu bekämpfen. Sein Maßnahmenprogramm ruhte auf drei wesentlichen Säulen: relief (kurzfristige Linderung der Not für Arbeitslose), recovery (Belebung der Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen) und reform (durch neue Regulierungen und Sozialprogramme).

Die Coronakrise birgt die Chance für einen weiteren New Deal – einen, der Arbeiter und Arbeiterinnen in der informellen Wirtschaft anerkennt, schützt und unterstützt, die 61% der weltweiten Erwerbsbevölkerung ausmachen, aber keine Krankenversicherung, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Renten haben. Die meisten dieser Menschen produzieren lebenswichtige Güter wie Nahrungsmittel, Milch, Kleidung, Schuhe und Wohnraum oder erbringen wichtige Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung, Altenpflege, Reinigung, Lieferung, Transport, Abfallentsorgung und Nahrungsmittelvertrieb.

Die Systemrelevanz dieser Arbeitsplätze, die durch die Pandemie deutlich sichtbar wurde, macht eine Strategie mit denselben drei Säulen – Linderung, Wiederaufbau und Reformen – erforderlich, für die sich schon FDR einsetzte. Nur muss das Ziel in allen drei Bereichen sein, den Menschen zu helfen, die in der informellen Wirtschaft arbeiten. Und doch stellen viele Aspekte der aktuellen Maßnahmen der Regierungen zur Erholung von der Coronakrise eine Bedrohung für informelle Arbeitskräfte dar.

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