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Das Ende des Neoliberalismus und die Wiedergeburt der Geschichte

NEW YORK – Am Ende des Kalten Krieges schrieb der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama einen gefeierten Essay mit dem Titel „Das Ende der Geschichte?“ Der Zusammenbruch des Kommunismus, so argumentierte er, würde das letzte Hindernis ausräumen, das die gesamte Welt von ihrem Schicksal der freiheitlichen Demokratie und der Marktwirtschaften trenne. Viele stimmten ihm zu.

Heute erscheint Fukuyamas Idee angesichts eines Rückzugs aus der regelgestützten freiheitlichen Weltordnung und der Tatsache, dass deutlich mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in von autokratischen Herrschern und Demagogen regierten Ländern lebt, wunderlich und naiv. Doch stützte sie die in den letzten 40 Jahren vorherrschende neoliberale Wirtschaftsdoktrin.

Die Glaubwürdigkeit des neoliberalen Vertrauens in beschränkungsfreie Märkte als sichersten Weg zu gemeinsamem Wohlstand liegt dieser Tage auf der Intensivstation. Und das zu Recht. Der gleichzeitige Schwund des Vertrauens in Neoliberalismus und Demokratie ist kein Zufall oder bloße Korrelation. Der Neoliberalismus hat die Demokratie 40 Jahre lang untergraben.

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